Die LISO - Kinder

Inocent: 11 Jahre

Inocent zog am 1. April 2013 als erstes Kind ein. Sein Vater ist seit vielen Jahren verschwunden und seine Mutter leidet an HIV und ist mittlerweile so geschwächt, dass sie sich nicht einmal mehr um sich selbst kümmern kann. Sie kommt Inocent besuchen, wann immer es ihr Gesundheitszustand zulässt. Inocent hat sich mittlerweile trotz anfänglich großem Heimweh sehr gut im Waisenhaus eingelebt und hat seine Frust-Fress-Attacken fast vollständig abgelegt. Sein Gesundheitszustand ist gut, er ist HIV negativ. Seit Januar 2015 besucht Inocent die Grundschule in Dareda.
Seine großen Schwierigkeiten lagen schon immer bei der Konzentrations- und Merkfähigkeit in der Schule, die sich leider noch nicht gebessert haben. Inocent ist trotz all dem sehr fröhlich und gibt durch seine verschmuste Art vieles zurück. Er liebt Fußball spielen und zusammen mit Godi Musik zu machen und zu tanzen.

 

 

Matthias: 13 Jahre

Matthias ist der Älteste und kam im August 2013 kurz nach dem Tod seines Vaters ins Waisenhaus. Seine Mutter ist HIV positiv und Alkoholikerin. Matthias kam lediglich in ein Tuch gewickelt und mit Würmern befallen an. Er wurde von dem Ungeziefer befreit und ist ebenfalls HIV negativ. Als Matthias aufgenommen wurde, sprach er lediglich die Stammessprache Iraq. Mittlerweile spricht er perfekt Suaheli und auch schon ein paar Brocken Englisch. Seit Januar 2015 besucht er die Primary School und ist einer der besten Schüler. Ihm macht es großen Spaß neue Dinge zu lernen, ob in der Schule oder freiwillig am Nachmittag in seiner Freizeit. Matthias nimmt die Rolle des verantwortungsbewussten großen Bruders ein und achtet sehr genau auf seine kleinen "Geschwister". Er liebt es Fußball und Volleyball zu spielen und ist handwerklich sehr geschickt. Aber sobald ein Fahrrad wird alles stehen und liegen lassen um damit eine Runde zu drehen.

Emanuela: 10 Jahre

Emanuela zog im Mai 2013 ein, nachdem ihre Mutter an AIDS starb. Ihr Vater ist zu alt um sich um sie zu kümmern.  Durch die enorme Verwahrlosung und Mangelernährung in ihren ersten Lebensjahren ist sie stark entwicklungsverzögert und viel zu klein für ihr Alter.  Obwohl sie mit großen Entwicklungsproblemen kämpfen musste, ist mittlerweile nicht mehr die Kleinste im Heim. Ihre schulische Leistung bereitet leider allen weiterhin Sorgen und die anstehende Prüfung für die Zulassung in die nächste Klasse wird mit Spannung und zugleich leichter Sorge erwartet. Doch ihre lebhafte, freudestrahlende und temperamentvolle Art lässt erst einmal alle Sorgen vergessen. Sowohl intensive Kuscheleinheiten mit ihren Schwestern im Heim und den Volunteers, als auch kleine Streitereien bleiben in Emanuelas Alltag nicht aus. Sie sitzt zudem immer als erstes am Tisch, wenn die Memory Karten aufgelegt werden. Außerdem ist sie der lebende „Tanzbär“, der jeden Takt spürt und es liebt ihn frei rauszulassen. Sie tanzt einfach für ihr Leben gern.

Neema: 9 Jahre
 

Neema, ein zuckersüßes Mädchen, welches gerne im Mittelpunkt steht, lebt seit 2013 im Waisenhaus.  In der Schule sind die Lehrer mit Neemas Leistungen zufrieden. Der kleine Sonnenschein ist eigentlich immer für einen Spaß zu haben. Sie kann aber auch in Situationen, die nicht nach ihrem Willen laufen, eine kleine  aber lautstarke „Zicke“ sein. Neema liebt es Kaugummi zu kauen, am besten so, dass es alle sehen können. Das Puzzeln macht ihr besonderen Spaß und fällt ihr im Vergleich zu den anderen Kindern auch sehr leicht. Von ihrer Mama, die an HIV leidet, bekommt sie immer seltener Besuch, da deren Kräfte immer mehr nachlassen.

Lusi: ca. 12 Jahre (keine Geburtsurkunde vorhanden)

 

Lusi zog Anfang 2015 ins Waisenhaus ein. Ihre Mutter ist sehr arm und Alkoholikerin, einen Vater gibt es schon lange nicht mehr. Lusi kam dreckig und abgemagert an. Nun kaum mehr zu erkennen, eine junge Dame wächst heran. Mit einer lobenswerten Schulleistung wird Lusi zu den Prüfungen für den Sprung in die nächste Klasse zugelassen. Doch durch ihre verantwortungsbewusste und gewissenhafte Art wird ihr dafür nichts im Wege stehen. Im Heim kümmert sie sich um ihre kleinen Geschwister und nimmt für alle Tätigkeiten die Rolle der großen Schwester ein. Ihre kindliche Ader kann sie trotzdem nicht ganz verstecken und wird unter den Mädels im Heim auch mit dem Titel „Quatschkönigin“ ausgezeichnet. Ihre Leidenschaft gilt dem Chor der Kirche, der ihre Wochenenden mit Proben füllt und ihr viel Spaß bereitet.

 

Yona: 11 Jahre

Yona kam mit einem großen Hungerbauch vor vier Jahren im Liso Watoto Home an. Seine Mutter ist HIV-positiv und sein  Vater ist unbekannt.  Der aufgeweckte Yona hat sich körperlich gut entwickelt und ist gesund.   In seiner  freien Zeit spielt er sehr gerne mit Ino zusammen, ob Fangen oder das  Aufführen von einstudierten Musikstückchen. Yona hatte ein recht schwieriges Jahr. Yona schwänzte sehr oft die Schule, streunte immer wieder im Dorf herum und wurde beim Klauen und Prügeln erwischt. Unsere Mitarbeiter versuchen gerade hinter die Fassade zu blicken, um  die Gründe hierfür  heraus  zu finden sowie mit einem strukturierten Alltag mit klaren Regeln und Konsequenzen sein Verhalten wieder in den Griff zu bekommen.

 

Aleksi: 2006-2018

Leider ist unser Aleksi im Jahr 2018 durch einen Unfall ums Leben gekommen! Wir und auch die Kinder vermissen ihn schrecklich. Es war wohl das Kind mit der größten Weiterentwicklung und es hat uns sehr stolz gemacht zu sehen was man mit Zuwendung und Liebe alles bewegen kann. Aleksi lernten wir im Sommer 2012 während der ersten Umbauphase des Waisenhauses kennen. Er war verwahrlost, verstört, stumm und wich meist nicht mehr von unserer Seite. Als wir ihn dann 2013 auf der Müllhalde schlafend wieder trafen, beschlossen wir die Eltern ausfindig zu machen. Wir fanden schließlich heraus, dass er kleinwüchsig war, nicht sprechen konnte, misshandelt wurde und geistig behindert war. Aleksi war ein uneheliches Kind und daher von der Familie verstoßen worden. Um Aleksi damals im Watoto-Home unterbringen zu können, fehlte leider das speziell geschulte Fachpersonal. Jedoch berührte uns sein Schicksal so sehr, dass wir uns entschlossen, Aleksi mit dem Einverständnis seiner Mutter im August 2013 in einem Heim für geistig behinderte Kinder unterzubringen. LISO Tanzania bezahlte die Unterbringung und das jährliche Schulgeld für Aleksi, besuchte ihn regelmäßig und in den Ferien war er im LISO Watoto Home untergebracht. Aleksi machte unglaubliche Fortschritte: Er begann mit vertrauten Personen einzelne Worte zu sprechen und auch seine motorischen Fähigkeiten wurden immer besser. In den Ferienzeiten, die er im LISO Watoto Home verbrachte, sah man ihn unheimlich viel lachen und auch Späße mit den Kindern machen. Er war kaum wieder zu erkennen und diese Entwicklung machte alle unheimlich glücklich.

Diesen kleinen Kerl werden alle sehr vermissen, aber wir sind auch froh, dass wir ihm helfen konnten wenigstens ein bisschen seiner Kindheit zurück zu bekommen.

Godi: 7 Jahre

Godi zog im Januar 2016 im Waisenhaus ein. Er stammt aus sehr armen Verhältnissen. Seine Mutter ist HIV-positiv und kann sich nicht mehr entsprechend um ihn kümmern. Einen Vater gibt es nicht.

Seit seiner Aufnahme am 4.1.2017 hat er sich gut im LISO Watoto-Home eingelebt. Godi musste obwohl er schon im Grunschulalter war erst ein Jahr auf die Vorschule um Suaheli zu lernen. Doch seit 2018 ist er nun auch wie die anderen LISO-Kinder auf der ortsansässigen Primary School. Ist Godi mal wieder verschwunden, zieht der Suchtrupp „Watoto Home Liso“ los und leuchtet alle Baumkronen in der Gegend des Kinderheims ab. Godi ist bekannt, als der  „Kletteraffe“ und klettert am liebsten auf jeden Baum bis ganz nach oben. Neben seinen Kletterkünsten ist er sehr gut in der Schule und ein Meister im Grimassen schneiden, was oft zu großem Gelächter führt. Er ist ein lieber und herzlicher Junge, der versucht Streitigkeiten  aus dem Weg zu gehen. Ertönt der Pfiff auf dem Fußballfeld ist Godi einer der Ersten auf dem Platz und sofort in Angriffsposition in Richtung Tor.

Fanuel: 14 Jahre

Fanuel kommt aus Dareda wurde schon Anfang des Jahres in die Behinderteneinrichtung Ilongero gebracht. LISO Tanzania e.V. übernimmt die Kosten für die Unterbringung. Als Fanuel in Illongero ankam war er stark verwahrlost. Sein Kopf und Gesicht war mit Pilzen und Hautausschlägen überzogen. Fanuel hat sich gut eingelebt. Anfangs war er sehr still und ein Einzelgänger, mittlerweile hat er schon viele Freunde gefunden. Fanuel wirkt auf den ersten Blick wie ein ganz normaler 14-jähriger Junge. Sobald man jedoch einige Zeit mit ihm verbringt, bemerkt man wie sehr er körperlich und geistig eingeschränkt ist. Laut der Lehrerin kann er sein Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis nicht steuern, vergisst Dinge, bricht angefangene Dinge ab und kann sie nur fertig bringen, wenn er ständig daran erinnert wird. Er ist durch diese Einschränkung nur bedingt alleine lebensfähig, da er oft auf bereits Erlerntes schon am nächsten Tag nicht mehr zurück greifen kann. Durch die Unterstützung der Betreuer und einen gut strukturierten Alltag, schafft er es schon besser seinen Tag anhand eines Timetable (Lernzeit, Kleidung waschen, Hühner füttern etc.) gut zu meistern. Er ist ein fröhlicher, aufgeweckter Junge, der es liebt, Fußball zu spielen.

Coletha: 6 Jahre

Coletha ist das  Nesthäkchen im  Liso Watoto Home. Sie kommt aus Dareda und lebt seit Februar 2019 bei LISO. Ihre Mama hat mit ihr 15 Kinder, ist HIV positiv und konnte sich so kaum um Coletha kümmern. Coletha geht noch bis Ende des Jahres in die Vorschule und darf im Januar in die Primary School. Sie ist ein sehr fröhliches und freches Mädchen, das mit ihrem Lachen alle anderen ansteckt. Obwohl sie erst seit  kurzem bei LISO wohnt, fühlt sie sich wohl und ist sehr tapfer. Bei anstehenden Tätigkeiten im Haushalt ist sie ganz vorne mit dabei. Mit den anderen Kindern hat sie sich auch schnell angefreundet – vor allem mit Godi. In ihrer Freizeit singt und tanzt sie gerne und zeigt mit vollem Stolz kleine Kunststücke beim Seilspringen. Coletha legt bereits in ihrem jungen Alter sehr viel Wert auf Hygiene und schleicht sich nach der gemeinsamen Waschaktion noch einmal ins Bad, um sich erneut zu waschen.